Gluggavedur - 
was wir von diesem simplen Wort
  lernen können 

Gluggavedur - ein isländisches Wort, welches mit „Fensterwetter“ übersetzt wird und folgendes Phänomen beschreibt: Das Wetter ist sehr ungemütlich, stürmisch und regnerisch, während du dich im Inneren befindest und die Turbulenzen durch das Fenster betrachtest. Dabei fühlst du dich ausgeglichen und ruhst in dir. 


Stelle dir genau diese Situation vor: Du sitzt eingekuschelt mit einem heißen Tee oder einer heißen Schokolade vor dem Fenster und siehst, wie ein schwerer Sturm vorbeizieht, wie sich die Bäume biegen, wie der Regen herunterprasselt und wie Blitze den Himmel durchziehen. Du fühlst dich dabei gut, weil du in Sicherheit bist und aus der Ferne das schlechte Wetter vorbeiziehen lässt, bis die Sonne wieder durch die Wolken blitzt.


Von diesem simplen Begriff können wir viel für unsere innere Mitte und unseren Seelenfrieden lernen. Immer, wenn ein inneres Unwetter aufzieht und du deine Zenrtierung verlierst, versuche, auf die gleiche Weise wie bei Gluggavedur zu handeln. Erinnere dich, wie sicher du dich fühlst, wenn du das Unwetter mit Abstand betrachten kannst. Verliere dich nicht in deinen negativen Gefühlen, in Wut, Angst, Trauer oder Enttäuschung.  Schaffe dir als unbeteiligter Zeuge gelassen Platz, konzentriere dich auf deine Atmung und lasse die Gefühle auftauchen und wieder verschwinden. 


Denke dabei auch an die Worte von Bryan McGill: „Wenn sich die dunklen Wolken von Zweifel, Wut oder Sorgen über dich legen, sei dir immer bewusst, dass der Sturm irgendwann vorüberziehen wird.“


Christina Hillenbrand